Kunden haben eine starke Sehnsucht nach einfacher und beherrschbarer Technik
Billigautos werden den Gebrauchtwagen nicht verdrängen
Bonn/Berlin – Deutschland ist das Land der Premiumautomobile. Doch bei den
Kunden, die von Preiserhöhungen aller Art geplagt sind, scheint die Sehnsucht
nach kleineren, Sprit sparenden und günstigeren Modellen groß zu sein. Diese
Entwicklung zeichnet sich selbst in den Vereinigten Staaten ab, wo der Pick-up
den Käufern lange Zeit nicht groß und gefräßig genug sein konnte. Und
Neuwagen müssen ja auch nicht mehr teuer sein: So gibt es die Basisversion des
Dacia Logan bereits ab 7.200 Euro. Das Editionsmodell Ford Ka Student ist
ebenfalls für kleinere Geldbeutel geeignet und kostet lediglich 8.190 Euro.
Kein Wunder, dass einige angesichts hoher Benzin-Preise mit der Anschaffung
eines „Billigautos“ liebäugeln.
Experten unken, dass der Dacia zunehmend eine Alternative zum Gebrauchtwagen
werde. „Dass preiswerte Neuwagen eine Alternative zum Gebrauchtwagen
darstellen, ist ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren immer stärker
herausgebildet hat und nicht erst durch ‚Billigautos’ wie den Dacia angestoßen
wurde“, sagt der Gebrauchtwagenexperte Björn Kießwetter http://www.icconcept.de/beraterteam.php
von der Automobilberatung International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de
in Hannover-Langenhagen und Berlin. Dies gelte insbesondere auch für die über
Rabattaktionen stark verbilligten Neuwagen.
„Die Hersteller drücken bei rückläufigem Geschäft und Überproduktion mit
Finanzierungs- und Leasingaktionen sowie Inzahlungnahmeangeboten die Neuwagen in
den Markt. Der Preisabstand zum jungen Gebrauchtwagen ist dann zum Teil
marginal“, erläutert Kießwetter. Außerdem böten Hersteller fast baugleiche
Fahrzeuge unter einer anderen Marke günstiger an (Second-Label). „Da die
Markenloyalität stetig abnimmt, ist ein Wechsel vom Gebrauchtwagenkäufer zum
Neuwagenkäufer durchaus gegeben“, stellt der Automobilexperte fest.
Laut Kießwetter könne man nicht pauschal davon sprechen, dass es in Zukunft
immer mehr Billigautos geben werde. „Aus meiner Sicht stellt sich die Frage
nicht einfach nach billigeren, sondern eher nach einfacheren Autos. Es gibt seit
Jahren den Konsumtrend und die ‚Sehnsucht’ nach Einfachheit beim Handling.
Technik muss beherrschbar sein. Selbst Toyota, eigentlich ein Garant für
beherrschbare und funktionierende Technik, hat in den vergangenen Jahren hier
massive Probleme gehabt. Weniger verbaute Technik bedeutet auch einen
niedrigeren Preis“, so der ICC-Berater.
Mit einem neuen Dacia fahre man nicht unbedingt besser als mit einem
Gebrauchtwagen. Der Dacia befinde sich noch in der ersten Generation, so Kießwetter:
„Die Frage ist eher: Welche Antriebstechnik wird staatlich gefördert und
welche wird steuerlich belastet? Der Kunde bekommt nicht transparent vermittelt,
welche Motorisierung er in zwei bis drei Jahren überhaupt zu gleichen Kosten
fahren kann. Somit ist er stark verunsichert. Wir raten in diesem Zusammenhang
dem Kunden, die zum Teil hervorragenden Privatleasingangebote mit einem Rückgaberecht
nach zwei Jahren anzunehmen. Somit trägt der Käufer nicht das Risiko einer
Fehlinvestition.“
Quelle: www.openbroadcast.de